Neue Berliner Armut

Mercedes Bunz formte aus ihren messerscharfen Beobachtungen einen sehr interessanten Artikel für die neuen Zitty.

[…] Der Urbane Penner produziert diese Kultur, von der alle etwas haben, und er investiert in sie mit seinem niedrigen Lebensstandard. Der Urbane Penner ist der Grund dafür, dass wir alle nicht unter Bedingungen leben müssen, wie sie in London oder Paris herrschen. Das verdankt Berlin ihm. Wegen ihm haben wir gute Clubs, hervorragende Restaurants und einfallsreiche Modedesigner, die alle bezahlen können. Wegen ihm können wir es uns in dieser Stadt leisten, mit wenig zu leben. […]

Hier der gesamte Artikel über die urbanen Penner in Berlin – Sehr lesenswert!

Danke an Stefan für den initialen Hinweis.

8 thoughts on “Neue Berliner Armut

  1. „denn eigentlich ist man ja froh, dass in Berlin die Menschen ihren Lebenslauf nicht stromlinienförmig abreißen. Man ist hierher gekommen, eben weil man nicht von einem homogenen Umfeld erdrückt wird, dessen Ziel es ist, mit Mitte dreißig ein Reihenhaus geheiratet zu haben.“
    (puh schwein gehabt: viiiiiiel zu spaet fuer mich: juhu!)

    ja is ganz nett der artikel weil er EINEN TEIL des berliner lebens ganz gut wiedergibt… am besten hat mir das zitat oben gefallen das is ja aber nich von frau bunz selbst…

    insgesamt stoesst mir doch der begriff ‚urbane penner‘ auf: das ist doch zu hoch gestapelt meiner meinung nach! ein wirklicher ‚penner‘ stinkt ist meistens krank und bekommt nich von mami und papi irgend ein leben (sorry: ‚praktikum‘) bezahlt (nur weil damals noch der kapitalismus den eltern mehr ‚einkommen‘ zugestanden hat!) ein ‚penner‘ hat auch kein notebook und innen angesagten ’szene’schuppen oder innen starbuckx laesst man das stinkende gesockx erst garnich rein oder wirft sie hochkantig wieder raus… ein ‚penner‘ hat gar keine wohnung (auch keine billige) und auch keinen schlechtbezahlten ‚diffus kreativen‘ job oder wenigstens sone fucking ich-ag!

    „Mittlerweile ist die private Subventionierung von Gehalt bei jungen Leuten normal“ naja dann… dann haltet weiterhin die hand auf rebelliert nicht und nehmts als gott gegeben: yeah! urbane penner (gaehn) eben!

    ‚Einige Menschen verführt das etwa dazu, nichts mehr wirklich zu wollen.‘
    =======> und das ist schlichtweg das ALLERBESTE!

    „Genau deshalb“, sage ich ärgerlich zu Jan, „braucht es irgendwie wieder mehr Druck dagegen. Damit die Leute gezwungen sind, endlich wieder eine Haltung einzunehmen.“
    bitte frau bunz vergessen sie das mit ‚druck‘ der zur haltung zwingt das ist quatsch es gibt eben viele ‚haltungen’… und ich hab keinen bock noch mehr miete zu bezahlen!

  2. ‚Die Bezeichnung „urbane Penner“ halte ich allerdings für völlig verfehlt.‘ na jott sei dank sieht sie das auch so: also der artikel is fast besser als das bunzsche orginal: sie drueckt mit viel weniger worten und schnick schnack das aus was geht!

    aber ehrlich gesagt mich alten kritischen sack hat ja eigentlich was ganz anderes an den ‚urbanen penner‘-artikel gestoert aber so richtig: ich sagx jezze mal frei raus: dieses gelaber mit kreativ dann auch noch ‚difus kreativ‘ und das getue mit ‚arm‘ und schlechtem lohn: man nenne mir einen grund warum es dieser gruppe in der gesellschaft irgendwie besser gehen sollte als zum beispiel jemand der pizza ausfaehrt: weil berlin hat nicht nur diesen ‚urbanen pennern‘ etwas zu verdanken (die ja anscheinend unbedingt IMMER die welt mit ihrem notebook (bezahlt von mami und papi?) kreativ veraendern: hahaha!) sondern JEDEM mitbewohner hier was auch immer er fuer diese stadt einbringt! die tollen clubs und die tollen laeden: wer macht den bitte den kellnerInnen verkaeuferInnen job? wer liefert ueberhaupt den ganzen scheiss erst an? wer hat den lkw gefahren? ehrlich gesagt mir ist eine freundliche kassiererin im supermarkt(die auch einen scheiss verdient!) wichtiger oder zumindest gleich wichtig wie noch so ein kreatives modelabel oder noch ein neuer ’szene’schuppen zum abkassieren! echt: das ist mir ein bischen aufgestossen! diese zwei espresso: woher kommt der kaffee?! urbane penner: das klingt total nach jammern auf absolut ertraeglichem level (oder sagen wir ein level das fuer jeden anderen ‚urbanen arbeiter‘ voellig normal ist: wers noch nicht bemerkt hat: seit jahren werden hier in teutschlant die loehne gedrueckt aber das interessiert warscheinlich nicht so wenn die kohle von papi und mami rueberkommt: lieber mal nicht motzen und difus kreativ sein…) sorry ich bin ein arsch ich weiss aber ich glaube wirklich daran: ‚jeder mensch ist kuenstler‘!

    aber danke dataloo fuer den artikel interessant isser allemal!

  3. Wie kann man bitte eine Stadt zu einer der kreativsten Metropolen kühren, die lieber einem resaurativen Neo-Wilhelmismus fröhnt, anstatt sich wirklich (finanziell, denn eine andere möglichkeit hat eine stadt nicht… lobbygeschwätz hat noch nie eine veranstaltung, eine bühne, eine ausstellung etc. finanziert…) um sein „kreatives potential“ (von Senatsoffiziellen „Kulturwirtschaft“ genannt) zu kümmern. Das hier ist auch berliner Kulturwirtschaft: http://www.berliner-schloss.de/. Und da scheiss ich drauf. Aber nen Riesenhaufen mit Pickeltürmchen!

  4. auch ein bischen boese (kommentar aus jetzt.de) aber hat mir gefallen:

    paloalto 17.02.2006 | 14:17
    „Es gibt (…) derzeit keine Alternative“ ist Quatsch, den sich Leute einreden, die als Kind zu oft gehört haben, sie seien was ganz besonderes, und deshalb jetzt nach Berlin müssen, demonstrativ einen Mac haben und was mit Filz machen. (An dieser Stelle: Chapeau für just another großartiges Bild, Herr Koch!)

    Die Sache ist ja ganz einfach: Geld bekommt man dafür, dass man die Probleme anderer Leute löst. Dafür, dass man seine eigenen Probleme löst (z.B. indem man einen Mac hat, was mit Filz macht, nach Berlin geht) kriegt man keins.

    Fazit: Wenn der Satz hieße „Die überschätzte kreative Elite Berlins sind Penner“ könnte er auch von mir sein.

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